Volkstanzgruppe
Untermais - Meran
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Die erste Volkstanzguppe Südtirols im Internet


Gästebuch

 

Die Tracht der Untermaiser Volkstanzgruppe

Geschichte

Burschentracht: Pfoat, Leibl, Hosn, Hosenheber, Socken,
Strumpfbänder, Schuhe, Gurt, Flor, Hemat


Mädchentracht: Pfoat, Mieder, Kitl, Flor, Schurz, Stutzen,
Schuhe, Tschoap, Haartracht

 

Die Tracht des Burggrafenamtes

Das Trachtengebiet des Burggrafenamtes ist ziemlich scharf umgrenzt. Es beschränkt sich
auf das Talgebiet des Etschwinkels um Meran und erstreckt sich zwischen dem Schnalser-, Saltauser- und Gargazonerbach.
Es umfaßt somit den alten Gerichtsbezirk Meran mit Ausnahme der Gemeinden Hafling und Vöran. Diese zwei Gemeinden
hatten eine eigene Tracht und erst in der neueren Zeit hat sich auch dort die Burggräflertracht verbreitet. Zum Bezirk Meran
kommt ein Teil des alten Gerichtsbezirkes Lana dazu, mit den Gemeinden Lana, Marling und Tscherms. Die Talschaft Ulten,
die zum ehemaligen Gericht Lana gehörte, wie auch das Tal Passeier hatten eigene Trachten.

Tracht ist das, was der Mensch am Körper trägt, was er anhat Wo alle Bauern, oder alle Handwerker usw., gleichviel ob reich
oder arm, in dem gleichen standesmäßigen Rock herumgehen, da herrscht Volkstracht. Sie ist einer örtlich begrenzten
Volksgruppe eigentümlich und auf dem Wege der sogenannten Mode und des Brauchtums allmählich und dem Einzelnen
unbewußt erwachsen. Sie ist jedem genau vorgeschrieben. Und die Unterschiede sind, wenigstens bis in die jüngere Zeit
herauf, nicht persönlicher Art, sondern allgemein bedingt durch Stammesart, durch Standesunterschiede und durch besondere
Gelegenheiten, wie Werktags- und Festtagstracht, Hochzeits- und Trauertracht usw.

Im 15. Jahrhundert finden wir den Bauersmann unseres Landes mehr oder weniger einheitlich bekleidet. Es gab noch keine
Trachtengebiete. Wir können uns die Männer vorstellen, die der Bauernaufstand im Jahre 1525 aus allen Teilen des Landes
zur großen Versammlung ins Burggrafenamt brachte: Bauern in ihrem kittelartigen Hemat, um die Leibesmitte gegürtelt, mit
Ledertasche und kurzer Wehr. Dann enge Beinlinge aus Leinen, die bis zu den Knöcheln reichten.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts trat allmählich eine bunte Zusammenstellung von alten, neuen und selbständigen
Kleidungsstücken, oder besser Trachtenbestandteilen in Erscheinung. Es bildeten sich verschiedene Gruppen von Volks- und
Landtrachten, so daß man erst von dort ab eine schärfere Trennung von Trachten der verschiedenen Landstriche und
Talschaften zu unterscheiden vermag. Je mehr die trachtlichen Standesunterschiede des Städters verwischt wurden, desto
ungehinderter konnte das Landvolk seinen natürlichen Nachahmungstrieb befrieden.

 

Die Burschentracht

Die Pfoat: Was in der Schriftsprache Hemd heißt, bezeichnet der Burggräfler
mit Pfoat. In Verwendung hierzu kam hausgewirktes Leinen, von dem sich bei
Sortierung des Gespinstes der Güte nach, das rupfene, leinwerchene und das
harbene unterschieden. Dieses Hemd ist sehr weit so daß es eine große
Bewegungsmöglichkeit bietet. Besonders die Ärmel sind weit und bauschig und an
den Achseln und am Handgelenk sehr stark gefältet (eingekreppt). Auch der
Halsausschnitt ist gefältet und mit einem zwei Zentimeter breiten Band - Biasele
genannt - eingefassen. Je ein kleines Messinghaftel (Messinghaken) verschließt
beide Ärmel und den Halsbund. Die urtümliche Pfoat war kragenlos. Der umlegbare
Kragen ist erst um 1850 modern geworden. Gegen die Jahrhundertwende hat man
ihn durch Kreuzelstich- und sogar durch Blumenverzierungen an Rand und Ecken
»verschönert«. Natürlich muß heute gekauftes Leinen das gute und so fein tragbare
Hausgewirkte ersetzen.

Das Brustig und das Leibl: Seit 1850 ist das Leibl in rotem Scharlatin hergestellt und für
das Festgewand übernommen worden. Das rote Leibl galt bis zur Gegenwart herauf als
Feststück zu den kurzen Hosen. Die Form ist gleich geblieben: es langt immer noch
verhältnismäßig tief an den Körper herab, weil die Hose mit dem Hosenheber darüber hinauf
angezogen wird. Auch der Halsausschnitt ist hoch geschlossen und vorn herunter sind eine
dichte Reihe Knöpfe von mannigfacher Art. Sie waren nie größer als einen Zentimeter im
Durchmesser. Die älteren hatten einfache, aus Messingblech gestanzte, zierliche Formen. Jetzt
hat man im Messingblech gefaßte Glasknöpfe, die auf rotem Grund Edelweißblumen zeigen.
Die ersten Glasknöpfe hatten eine Himbeerenform. Aus Münzen geformte Knöpfe und solche
ähnlicher Art haben sich im Burggrafenamt nie einzudrängen vermocht.

 


Die Housn die Hose: Die Bezeichnung »ein Paar« wurde anfänglich wohl von den zwei Hosen-
Schlottern (d. i. Hosenbeinen) abgeleitet Um die Mitte des 18. Jahrhunderts war die geschmitzte Hose
begehrt. Die alte tüechene Hose, mit Vorliebe in blauer und brauner Farbe hergestellt verlor jegliche
Wertung. Man wollte kniefrei sein. Diese neuen Kniehosen waren aus gegerbtem Bockfell oder aus
starkem, brettartigem Loden hergestellt. Winterhosen waren mit Loden, Sommerhosen mit Leinentuch
unterfüttert. Die Form dieser Hose hat sich bis heute nicht mehr wesentlich geändert. Seitdem die
Leibbinde in Gebrauch gekommen ist, reicht sie gerade noch an den Bauch heran und ist tür- oder
schutzlos geworden. An den Beinen liegt die Hose eher etwas eng an, obwohl die Knieteile
»schlottern« sollen. Die Vorderseite der Hosenschlottern langt etwas weiter herab, so daß die bloßen
Knie verdeckt sind, wenn ihr Träger aufrecht steht. Vorn an den Hosen sind zwei Säcke (Taschen), die
mit je einem Knopf verschlossen werden und an den beiden Außenseiten öffnen sich in guter
Handbreite die Schlitze der sogenannten Schlitzsäcke. In diesen wurde, außer dem Rebmesser vor
allem die Dreieinigkeit des festtägigen Leibbesteckes (Messer, Gabel und Streicher in einer
Lederscheide) untergebracht. Außenseiten der Hosenschlottern führen rote, dünne Schnüre von den Enden herauf bis zum
Hosenbund. An der Innenseite des Knieteiles ist ein sechs Zentimeter langer Schlitz, der am unteren Ende mit einem irchen
Band verbunden ist. An diese Schlotterbänder werden bisweilen die Strumpfbänder festgehängt, damit sie nicht allzuleicht
vom Fuße abrutschen können.

Der Hosenheber (Hosenträger) hat sich seit 1750 in seiner Form wenig geändert Wir haben noch immer die zwei, über die
Schulter laufenden Längsstreifen, die vorn und rückwärts durch kurze Sättel verbunden sind. Außerdem ist vorne ein spitzes
Stoffdreieck als Mittelstück eingesetzt das mit einem, an der vorderen Hosenmitte festgemachten irchen Band verhängt wird.
Während vorn und rückwärts an der Hose je zwei Messinghaften das einfache Festhaken der Längsstreifen des Hebers -
Hosenluixen genannt – ermöglichen. Der grün gefertigte Heber ist etwas gemustert. Es ist eine starke Leinenfütterung
notwendig. Dabei sind die Offnungen, die zum Einhängen an den Hosenhaften gehören, mit Irch verstärkt. Der seidene Heber
ist weicher und hat in der Mitte des 19. Jahrhunderts allgemeine Verbreitung gefunden.

Die Strümpfe oder Socken: Sie sind in der Hauptsache aus Schafwolle gestrickt; doch
hat man später, vor allem die Sommerstrümpfe gern aus Baumwolle getragen. In alten
Inventaren angeführte Lodenstrümpfe werden für diese Zeit zumeist als überstrümpfe
(Gamaschen) anzusehen sein. Um 1800 hatten die Sonntagsstrümpfe besonders schöne
Musterungen; an deren Außenseiten waren Adler und Blumenverzierungen, die sich zum Teil
bis in die letzte Zeit herauf erhalten haben.

 

Die Strumpfbänder: Die Strümpfe werden unterhalb der Knie festgebunden; jedoch so, daß ober dem Band noch ein
Strumpfrand von einem Zentimeter bleibt Der dient einem besseren Halt und wohl auch einem gewissen Schönheitsbedürfnis.
Die Strumpfbänder sind aus gewirkter Seide und von violett-bräunlicher Farbe. Das zwei Zentimeter breite Band ist so lang, daß
es dreimal um den Strumpf und das Bein gewickelt werden kann. Der Schloaß (die Schleife) des umgewickelten Strumpfbandes
wird an der Außenseite des Beines gemacht.


Die Schuech (die Schuhe). Der Feiertagsschuh hat in seiner alten Form Jahrhunderte
überdauert. Seine Ausstattung wurde im Zeitverlauf immer reichlicher. Um 1800 bewunderen
wir diese geschmacksvolle und doch einfache Schuhform, die damals nicht nur an den
Füßen der weiblichen und männlichen Burggräfier zu sehen war, sondern fast allen Tiroler
und vielen süddeutschen Trachtengruppen zu eigen war.
Um 1870 ist ein Halbschuh in Mode gekommen, der nicht mehr die schöne Form des alten
Schuhes hatte. Der Zeiteinstellung entsprechend bekam die Sohle einen ziemlich hohen,
nach unten schmäler verlaufenden Absatz. Der Ausschnitt des Schuhoberteiles reicht nur
am Enkl (Knöchel) tief herab, so daß er ihn vollständig frei läßt. Dieser Ausschnitt und der
offene Schlitz, der bis zum Rist hinaus reicht ist mit einem schwarzen Samtband berandet. Zum Zubinden dienen moderne
schwarze Schuhbänder, die etwas über Nomallänge haben, weil die Offnung hierfür unnötig enge nebeneinander sind.
Rückwärts an den Fersen ist je eine Blumenverzierung in Federkielstickerei angebracht.

Die Leibbind (Ledergurt), kurz Bind genannt ist ein beachtenswertes Schmuckstück
der männlichen Tracht; sonst ist sie eher hinderlich, als notwendig und zweckmäßig. Die
Bind bedeckt den obersten Rand der Hosen und einen Teil des Leibls.

Zwischen diesem und der Bind wird das Schnäuztüechel (Sacktuch) eingeschoben. Die
Bind hat sich erst spät in die Burggräflertracht einzureihen vermocht ihr ursprünglicher Zweck
war damals längst nicht mehr bestimmend dafür, sondern lediglich nur eine Nachahmungs-
und Prunksucht. Zum Verschließen ist der Gurt mit einer Schnalle (Schließen) von schön
getriebenem Messingblech versehen. Der Schmitz, das ist das kleinere Ende des
Leibriemens, hat eine Reihe kleiner Löcher, an denen je nach dem Bedarf der Schließen
festgemacht werden kann. Gegen 1800 trug man die Bind breiter; die Ränder wurden mit
Zirm (rot grün und gelb gefärbte Lederstreifen) ausgenäht Das erste Drittel des 19. Jahr-
hunderts brachte dann sehr schöne, gestickte Verzierungen in Zirm und Federkiel: Blumen,
Vasen, Gemsen, später Adlerfiguren, Jahreszahlen und Namenszüge.

 


Die Halsbind (Halsflor), aus der Halskrause entwickelt, ist ein feines Gewebe aus Seide von schwarzer Farbe, das ein wenig
ins bräunliche geht. Sie ist 20 bis 30 Zentimeter breit und beinahe zwei Meter lang. Sie wird zweimal um den Hals gelegt und
vorn zu einer losen Schlinge gewunden. Beide Enden werden unter dem Hosenheber durchgezogen und in die Achselöffnung
des Leibls gesteckt.

Das Hemat, Hemet i. a. U. Hembath = der Rock. Das Hemat von heute ähnelt
in einem Zuschnitt dem alten Frack. Es wird aus bräunlichem, schwarzen Loden
verfertigt Die Rumpfoberteil hat drei Schnitte. Die Schösse bestehen aus vier Teilen,
die am Rumpfstück festgenäht sind und frei herabhängen. Die Ärmel reichen bis zu
den Handgelenken, wo sie fünf Zentimeter breit geschlitzt sind. Das Hemat ist
kragenlos, aber der Halsausschnitt ist stark abgenäht. Vorn ist an beiden Seiten ein
handbreiter zinnoberroter (scharlatiner) Aufschlag. Derselbe verläuft in einer
schwungvollen Linie vom Halsausschnitt bis zu den Schößen hinab. Das Hemat hat
vorne keine Verschließmöglichkeit, so daß die Brust nicht davon verdeckt wird.

 

Die Mädchentracht

Die Pfoat ist in ihrer Machart und Form dem Männerhemde ähnlich. In den alten
Inventaren ist meistens die Rede von einem »rupfenen Hembat mit harbenen Erblen«,
denn in der Hemdärmzelzeit trug man feineres Leinen zur Schau. Sie ist vorn herab ein
Stück offen und oben am gefältelten, etwas tiefen Halsausschnitt mit einem Messinghaftl
zu verschließen. An den Schultern sind beide Achselstücke verstärkt Die pauschigen
Ärmel, deren Ansätze ebenfalls stark gefaltet sind, reichen nur etwas über den Ellbogen
heraus und finden ihren Abschluß in einem Bindel, oder in einer breiten Spitze, die aber
nur für Sommertracht bestimmt ist. Heute ist die Pfoat am Hals ebenso mit schönen
Spitzen verziert.

 

 

Das Mieder ist verhältnismäßig kurz und an den Hals und Armteilen sehr weit
ausgeschnitten, so daß es eine möglichst große Bewegungsfreiheit gestattet. Es ist in gestreifter
oder geblümter Seide und in verschiedenen Farben hergestellt, davon hauptsächlich grün (rot)
bevorzugt wurde. Der Seidenstoff ist mit grobem Leinen unterfüttert und mit Fischbein versteifl Die
oberen Randteile des Mieders sind mit einem heilroten Seidenband in fünf bis sechs Zentimeter
Breite eingefaßt. Dieses verstärkte Band reicht in seiner Verlängerung etwas schmäler werdend
von rückwärts über die Schultern herab und wird dort am Vorderteil des Mieders mit Hilfe eines
roten Seidenbändchens zierlich verbunden. An der Brustseite läßt das Mieder eine nach oben
breiter werdende Öffnung, die durch den Brustfleck von innen verdeckt wird.

Vorn am Mieder sind beiderseitig in engen Zwischenräumen große Haften angebracht, die eine
feste Verschnürung desselben ermöglichen. Sie wird durch die sogenannte Nestlschnur bewerkt,
die am unteren Miederrand eingehängt und in Zickzackform an den Haften nach oben geführt wird.

Kitl (Kittel, Rock). Er ist eine Art Wifling, bei dem der Zettl rote Seide und der Einschuß schwarze Wolle ist. Das gibt diesem
stark gefalteten Kleidungsstück eine schöne, bräunliche Färbung. Für die Klog gab es dunklere Farben; der Zettl grüne oder
schwarze Seide und der Einschuß schwarze Wolle. Die vielen Kittelfalten sind regelmäßig ohne Zwischenraum und erreichen
eine Tiefe von vier Zentimeter Dadurch hat der Stoff eines solchen Kleides eine Länge von 10 bis 12 Meter. Der Kittel reicht nicht
ganz bis zu den Fußknöchein herab. Am unteren Rand desselben ist ein sechs bis sieben Zentimeter breiter, roter Seidenstreifen
rund herum aufgenäht.

Die Halsbind, oder das Halstuch (Flor) war das gleiche, wie es zur Männertracht gehörte. Der schwarze Seidenflor wird
zweimal um den Hals gewunden und unter das Mieder gesteckt An Biidnissen aus älterer Zeit sieht man ihn in der Mitte geteilt
und das eine Ende davon links, das andere rechts im Achselausschnitt des Mieders verschwinden.

Das Fürtig, Fürtuch (Vortuch, Schürze). Es war in der älteren Zeit nie .ein Prunkstück der Tracht, was es später geworden ist
sondern diente allezeit als Kennzeichen häuslicher Arbeitsamkeit. Es war vorerst aus grobem Leinen in weißer und auch in
blauer Farbe; auch dann noch, da es längst schon in der Feiertagstracht Aufnahme gefunden hat Die zwei Farben kennzeichneten
nicht einen Standesunterschied. Weiß war die Farbe des Festlichen. Deswegen sehen wir die weißen Schürzen in dieser Zeit an
hohen Festtagen, bei Hochzeiten, bei kirchlichen Dienstleistungen usw. Für letztere Verrichtungen hat sich dieser Gebrauch in
manchen Gemeinden sogar bis heute erhalten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts treffen wir schon Seidenschürzen, die in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts allmählich bunter werden; sowohl in ihrem Muster, als auch in den Farben.

Die Strümpf: Dem Material nach hat man Strümpfe aus gestrickter Schafwolle, später Baumwolle und Seide getragen. Die
ähnlich wie bei den Männern gemodelten Weiberstrümpfe reichten bis unter die Knie, wo sie abgebunden wurden.

Die Schuech: Der Feiertagsschuh des Weibervolkes war in allem genau dem Männerschuh gleich. Für die Werktage hatte
man grobe genagelte Halbschuhe. Später gab es die niedrigen Schnürschuhe, die seit ca. 1870 etwas höher geworden sind
und am Ende des 19. Jahrhunderts eine moderne Form angenommen haben. Auch da blieb es solange beim hohen
Schnürschuh, bis in der neueren Zeit der einfache schwarze Halbschuh zu starkem Ansehen gekommen ist.

Tschoap: Der Tschoap wirkte auf die weibliche Bauerntracht fast
umwälzend, weil er das Mieder neben sich nicht mehr dulden konnte und
wollte. Er war nicht mehr Überjacke, sondern trat an die Stelle des
Mieders, zumal sein Vorderteil mit Haften zum Zumachen versehen war.
Der Tschoap hat eine schöne, violette bis weinrote Färbung. Der ziemlich
tiefe, eckige Halsausschnitt ist mit einem fünf Zentimter breiten, roten
Seidenstoff eingefassen.

Die an den Achseln aufgepufften Ärmel reichen nur etwas über den
Ellbogen hinaus und zeigen dort einen breiten Stulp mit roter
Verbrämung. Daran waren Spitzen angenäht, welche bis in die Mitte des
Vorderarmes hinausreichten.

Die Haartracht: Das Haar hat die Burggräflerin seit den frühesten Zeiten aus der Stirn nach hinten zurückgestrichen. Die
Zöpfe sind zu einem Knoten (Gunkel) verschlungen und nach dem Nacken hin mit der Haarnadel befestigt.

 

 
   
    (C) seit Dezember 1998 Dietmar Engele - Burgstall