Julius Mosen geb. am 08.07.1803 in  Marieney.

Er war ein deutscher Dichter der wie viele seiner Zeitgenossen mit der Feder für Deutschlands Freiheit kämpfte.  Mit seiner Vogtlandheimat fühlte er sich untrennbar  verbunden. In seiner Wahlheimat Oldenburg durfte er seine Visionen für das deutsche Theater verwirklichen. Dort erduldete er auch seine fast zwanzigjährige heimtückische Krankheit. Das Gedicht " Zu Mantua in Banden" schrieb Mosel im Jahre 1831.  Er starb am 10.10.1867

Zu Mantua in Banden

Zu Mantua in Banden

der treue Hofer war,

in Mantua zum Tode

führt ihn der Feinde Schar;

es blutete der Brüder Herz,

ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz!

Mit ihm das Land Tirol

Die Hände auf dem Rücken

Andreas Hofer ging

mit ruhig festen Schritten,

ihm schien der Tod gering;

der Tod, den er so manches mal

vom Iselberg geschickt ins Tal

im heil`gen Land Tirol.

Doch als aus Kerkergittern

im festen Mantua

die treuen Waffenbrüder

die Händ` er strecken sah,

da rief er aus: "Gott sei mit euch,

mit dem verrat`nen deutschem Reich,

und mit dem Land Tirol!"

Dem Tambour will der Wirbel

nicht unter`m Schlägel vor,

als nun Andreas Hofer

schritt durch das finstre Tor; -

Andreas noch in Banden frei,

dort stand er fest auf der Bastei,

der Mann vom Land Tirol.

Dort soll er niederknieen,

er sprach: " das tu` ich nit!

Will sterben, wie ich stehe,

will sterben, wie ich stritt,

so wie ich steh` auf dieser Schanz`:

es leb` mein guter Kaiser Franz,

mit ihm sein Land Tirol!"

Und von der Hand die Binde

nimmt ihm der Korporal;

Andreas Hofer betet

allhier zum letzten Mal,

dann ruft er: " Nun so trefft mich recht!

Gebt Feuer, ach, wie schießt ihr schlecht!

Ade, mein Land Tirol!"