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Tiroler Freiheitskampf 1809 |
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Von Meran, am Fuße der alten Stammburg Tirol, zweigt gegen Norden das Passeiertal ab, die Heimat des Freiheitshelden Andreas Hofer. Kurz vor dem Hauptort St. Leonhard befindet sich der Sandhof, das Geburtshaus Andreas Hofers. Dort erblickte Hofer am 22.November 1767 das Licht der Welt. Da seine Eltern sehr früh starben, wurde Hofer frühzeitig für Volljährig erklärt und führte fortan den Sandhof selbst. Neben der Gastwirtschaft betrieb er auch noch Wein- und Pferdehandel. Am 21.07.1789 verehelichte er sich mit Anna Ladurner aus Algund, bei Meran. Aus dieser Ehe entsprossen sieben Kinder, sechs Mädchen und ein Knabe mit den Namen Johann. Im Jahre 1796 griff Hofer erstmals, unter einer Meraner Schützenkompanie, zu den Waffen und Verteidigte den Süden Tirols gegen die Napoleonischen Eindringlinge auf dem Tonalepaß. In diesem Zeitraum fand auch die Schlacht bei Spinges statt, wo das “ Mädchen von Spinges “ Katharina Lanz die Feinde mit einer Heugabel von der Friedhofsmauer zur Flucht schlug und Spinges tapfer gegen den Feind verteidigte. Ein Jahr später war Hofer bereits Hauptmann bei seinen Passeirern Schützen. 1805 kämpfte er mit seiner Kompanie zusammen mit der österreichischen Südarmee in Trient. Noch in diesem Jahr wurde Tirol im Frieden von Preßburg vom Stammland Österreich abgetrennt und auf Napoleons Diktat an Bayern abgetreten. Schwersten Herzen mußte Erzherzog Johann von Österreich mitansehen, wie sein geliebtes Tirol unter Fremder Herrschaft geriet. Obwohl die neuen Herrscher versprachen die Rechte und Gebräuche der Tiroler zu achten, kam es anders. Die religiösen Gefühle der Bevölkerung wurden aufs gröbste verletzt. Klöster wurden aufgehoben und deren Besitz beschlagnahmt. Das Glockenläuten und die Christmetten wurden verboten. Im Jahre 1808 wurde auch der Name Tirol getilgt und es wurde fortan Südbayern genannt. Nun war das Volk in Kampfstimmung und es wurden landauf, landab Hofers Laufzettel verteilt und die Botschaft verkündete: Mander, es isch Zeit! |
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Anfang April des Jahres 1809 gab es vereinzelte Kämpfe im Pustertal und in Sterzing. Der Hauptkampf mußte aber in Innsbruck ausgefochten werden, da dort die Bayern ihre größte Truppenmacht stationiert hatten. Am
Morgen des 12. April 1809, nachdem die Tiroler die Messe gehört
hatten, kam es zur ersten Bergiselschlacht. Nach siegreichem Ausgang der
Schlacht für die Tiroler, war nunmehr in ganz Deutschtirol der Feind
niedergerungen. Am 20. April 1809 wurde auch Welschtirol, das Trentino,
zurückerobert und somit war am 27.April 1809 Tirol, von der Zugspitze im
Norden bis zum Gardasee im Süden, vom Feinde befreit. Lediglich die
Festung Kufstein befand sich noch in den Händen der damaligen Besatzer. Während
Tirol erfolgreich befreit wurde, mußte die österreichische Armee im süddeutschen
Raum, untere Erzherzog Karl,
empfindliche Rückschläge hinnehmen und sich auf Innerösterreich
zurückziehen. Tirol war nun wieder vom Feinde bedroht. Napoleon befahl nun Marschall Lefèbre,
Tirol erneut zu unterwerfen. So rückten Napoleons Truppen in den ersten
Maitagen wieder in Tirol ein. Auf den Vormarsch nach Innsbruck
brandschatzten und plünderten die Eindringlinge. In Schwaz wurden an die
420 Häuser niedergebrannt. Am 19. Mai rückte Marschall Lefèbre in Innsbruck ein. Wieder sammelte Hofer um sich seine engsten Kampfgefährten, stellvertretend für all die anderen nennen wir, den Haller Schützenkommandant Josef Speckbacher, Pater Joachim Haspinger , den Mahrerwirt Peter Mayer aus Brixen und den Olanger Peter Sigmair. Um nicht zu vergessen seinen getreuen Schreiber Kajetan Sweth. Am
25. Mai 1809 kam es zur zweiten Bergiselschlacht, wo die Tiroler wiederum
erfolgreich den Feind besiegten. In der Nacht zum 30. Mai zogen sich die
feindlichen Truppen von Innsbruck zurück. Als nach dem 9. Juni nun auch
Welschtirol wieder von Feinde gesäubert wurde, konnten die Tiroler wieder
aufatmen. Tirol war nun innerhalb kürzester Zeit zum zweitenmal befreit.
Aber wie lange? Am 22.Mai 1809 siegten die österreichischen Truppen unter
Erzherzog Karl bei Aspern. Am
5. und 6. Juli folgte die unglückliche Schlacht bei Wagram. Obwohl dieser
Sieg der Franzosen für die österreichischen Truppen nicht vernichtend
war, schloß Erzherzog Karl einen voreiligen Waffenstillstand. Nach diesem
Waffenstillstand, der am 12. Juli 1809 in Znaim unterzeichnet wurde, rückte
Erzherzog Karl seine Truppen aus Tirol ab. Das Kaiserhaus ließ Tirol im
Stich! Ende Juli marschierten Franzosen, Bayern und Sachsen in Tirol ein.
Napoleon befahl den Marschall Lefèbre Tirol zu unterjochen und es
für seinen Freiheitswillen hart zu bestrafen. Tirol griff erneut zu den
Waffen. Neben vereinzelten Kämpfen in Sterzing, der Sachsenklemme und der
Pontlatzer Brücke, kam es am
13. August zur dritten Bergiselschlacht. Ohne österreichische Hilfe
gelang es den Tirolern Freiheitskämpfern, auch diesmal wieder siegreich
aus diesen Kämpfen am Bergisel hervorzugehen. Zum drittenmal war nun
Tirol im Heldenjahr 1809 von den Feinden befreit. Der Sandwirt zog
daraufhin als Regent des Landes Tirol in die Innsbrucker Hofburg ein. „
Nu, wenn`s Landl g`rad mi hab`n will,
so soll`s mi halt hab`n. So guat i`s
Regier`n dermach, wer i`s woll mach`n. Aber nur im Namen des
Kaisers: so und nit anders “; mit diesen Worten trat der Oberkommandant
von Tirol seine Regierungstätigung an. Am 29. September überbrachten Boten des Kaisers Andreas Hofer eine Goldene Ehrenkette und 3000 Dukaten. Hofer beschloss sich die Ehrenkette feierlich in der Hofkirche am 4. Oktober, dem Namenstag des Kaisers, überreichen zu lassen. |
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Am
14. Oktober wurde nun der Friedensvertrag von Schönbrunn unterzeichnet.
Hier wurde über das Schicksal Tirols die letzte Entscheidung gefällt. In
diesem Vertrag mußte Kaiser Franz auf Tirol verzichten und es den Feinden
überlassen. Tirol war nun wieder unter fremder Herrschaft. Die Tiroler wußten
aber noch nichts von diesem Unglück. Als man erfuhr hielt man es vorher für
eine Lüge. Als immer mehr fremde Truppen ins Land strömten, mussten sie
es glauben. Die Landesverdeitiger formierten sich in Innsbruck. Als Boten
vom Kaiser, Hofer persönlich vom Schönbrunner Frieden berichteten und
ein Schreiben von Erzherzog Johann überbrachten, der den Oberkommandanten
darin aufforderte jeden Widerstand unterbleiben zu lassen. Hofer wollte
zunächst die Landesverdeitiger zum Rückzug auffordern, da wurde er von
einigen seiner Mitstreiter, voran der Kapuzinerpater Haspinger, zum
weiterkämpfen bedrängt. Sie bezeichneten das Schreiben Erzherzog Johann
als eine Fälschung des Feindes um die Tiroler zu täuschen. Hofer ließ
sich überzeugen und es kam am 1. November zur vierten und letzten
Bergiselschlacht. Die Tiroler mussten sich bereits nach einigen Stunden
vom Bergisel zurückziehen. Die Übermacht des Feindes, und ohne die Hilfe
des Kaisers, konnten die Tiroler diesmal die Kämpfe nicht standhalten. Es
kam noch zu einigen kleineren Kämpfen um Sterzing und
der Mühlbacher Klause. Noch einmal rief er zu den Waffen: Hofer
letzte Aufgebot. Es kam am 16. November am Küchelberg oberhalb Merans zu
Kämpfen. Es wurden die
Franzosen aus Meran und St. Leonhard zurückgedrängt und zur Ergebung
gezwungen. Am 8. Dezember kehrte nun Frieden ins Land ein. Tirol blieb
vom Feinde besetzt! Es wurde nun auf die Führer der Freiheitskämpfer,
vor allem auf Andreas Hofer ein Kopfgeld ausgesetzt. Hofer flüchtete auf
die nahegelegene Pfandler Alm, wo er sich in der Hütte versteckte. Bei
ihm waren seine Frau, Sohn Johann und sein getreuer Schreiber Kajetan
Sweth. Hofer wurde von Franz Raffl an die Truppen Napoleons verraten. Am
28.01.1810 wurde Hofer auf der Pfandleralm von französischen und
italienischen Truppen verhaftet, mit ihm seine Frau Anna, sein Sohn Johann
und der Schreiber Sweth. Man brachte ihn
zuerst nach Meran, Bozen und am 5. Februar nach Mantua. Am 20.
Februar wurde Andreas Hofer in Mantua erschossen. |
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