Schützenkompanie Naturns

 

KURZCHRONIK:

 

Unter der faschistischen Zwangsherrschaft fand das Schützenwesen in Südtirol ein jähes Ende und erst in den 50-iger Jahren entstanden wieder allmählich Schützenkompanien.

So mußte unter der faschistischen Regierung die Naturnser Schützenfahne im Jahre 1927 über die Grenze nach Innsbruck gebracht werden, um sie vor der Zerstörung der Faschisten zu bewahren. lm Jahre 1958 wurde sie dann zurückgeholt und bei der  Fronleichnamsprozession von einer Abordnung Kriegsveteranen mitgetragen. Das war vielleicht ein Anstoß zur Wiedergründung der Schützenkompanie Naturns.

So wurde schon ein Jahr später, nämlich 1959, die Schützenkompanie Naturns wiedergegründet und der damalige Bürgermeister Willi Debiasi, der sich für die Wiedergründung besonders eingesetzt hat, wurde zum Hauptmann gewählt. Aus geschäftlichen Gründen mußte er bald das mit großem Einsatz übernommene Amt als Hauptmann abgeben und die Führung der Kompanie wurde Hermann Schweitzer anvertraut. Schon kurze Zeit später wird der Zimmermann Hans Breitenberger Schützenhauptmann, der die Führung der Kompanie bis zum Jahre 1962 inne hatte.

Durch die Sprengstoffanschläge in der sogenannten Feuernacht vom 12. Juni 1961 wurden Verdächtigungen der damaligen Attentate einzelnen Schützen zugeschoben und die Tätigkeit der Schützen auf ein Minimum beschränkt. Als dann im Jahre 1968 die dritte Bundesgeneralversammlung auf die Beine gebracht wurde, hatte das eine Reaktivierung des Schützenwesens zur Folge. Von diesem Zeitpunkt an stieg die Anzahl der Naturnser Schützen stetig an und weist heute eine Mannesstärke von 38 Schützen, 6 Jungschützen und 4 Marketenderinnen auf. Die Kompanie stand damals unter der Führung von Josef Müller, der als Nachfolger von Hans Breitenberger im Jahre 1962 zum Hauptmann gewählt wurde und 15 Jahre lang mit großem Einsatz und Begeisterung an der Spitze der Kompanie stand. Unter seiner Führung wurde neben vielen anderen Aufgaben im Jahre 1972 das Tuch der Schützenfahne erneuert und das Bild des Herzen Jesu auf der einen und das Bild des Tiroler Adlers auf der anderen Seite der Fahne im Jahre 1983 vom Naturnser Mayr Herbert neu renoviert. Nach seinem Rücktritt als Hauptmann im Jahre 1977 wurde Müller Josef zum Ehrenhauptmann ernannt und Gustav Mair wurde zum Hauptmann gewählt. Seit dem Jahre 1981 steht an der Spitze der Schützenkompanie Naturns Luis Laimer, der sich gleich nach Amtsantritt für die Gründung einer Jungschützengruppe einsetzte. Die 10 aufgenommenen Jungschutzen konnten noch im selben Jahr in vollständiger Tracht bei der Fronleichnamsprozession das erste Mal ausrucken. Die Kommandantschaft ernannte Mayr Herbert zum Jungschützenbetreuer, der im Jahre 1985 von Platzgummer Karl abgelöst wurde. In den letzten Jahren hat die Schützenkompanie von Naturns auch zeitgemäße Aufgaben übernommen. Sie ist besonders bestrebt alte und verfallene Wegkreuze, Kapellen und Bildstöcke zu renovieren. Die Schützen greifen überall dort zu, wo Hilfe gebraucht wird. In kameradschaftlicher Hinsicht pflegt die Kompanie eine freundschaftliche Verbindung mit den Schützenbrüdern aus Siedelsbrunn im schönen Odenwald. Neben vielen anderen Verpflichtungen und Aufgaben, die die Naturnser Schützen übernommen haben, wird ein besonderes Augenmerk auf den Schießsport gelegt. Sie wurden im Jahre 1985 zum dritten Male Landesmeister und wurden nach dreimaligem Erzielen dieses Ranges zur >>Scharfschützenkompanie<< erhoben. Im Jahre 1984 beging die Kompanie mit einer würdigen Feier das 25-jahrige Wiedergründungsjubiläum. Bei dieser Feier erhielten folgende Schützen, die sich seit der Wiedergründung unermüdlich für die Schützenkompanie einsetzten, eine silberne Medaille und eine Urkunde überreicht. Diese Ehrung wurde Mair Gustav, Platzgummer Josef, Gerstgrasser Josef, Müller Josef, Ungericht Josef, Gapp Josef und Laimer Alois zuteil.

Seit Auflösung der Schützenkompanie Tabland durch die faschistische Regierung existiert in Tabland keine eigene Schützenkompanie. Die Tablander wurden bei der Wiedergründung der Schützenkompanie Naturns im Jahre 1959 bei den Naturnsern aufgenommen. Die Tablander haben noch eine eigene Schützenfahne, die bei jedem Ausrücken der Schützenkompanie Naturns mitgetragen wird.