Grußworte von Kulturassessor Ewald Lassnig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Geistlichkeit, Bürgermeister,

Landesrat Dr. Bruno Hosp!

Liebe Schützen, Fahnenpatinnen und Musikanten!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Festgästen aus Nah und Fern! Allen ein herzliches Grüß Gott.

Als Kulturassessor der Gemeinde Partschins habe ich die Einladung der Schützenkompanie St.Jakob Rabland zu deren Gründung und Fahnenweihe gerne angenommen. Denn es bietet sich mir die Gelegenheit, den Schützen einmal für alles zu danken was sie in den vergangenen Jahren zum Wohle der Dorfgemeinschaft geleistet haben. Und das ist Wahrhaftig nicht wenig. Es war für euch selbstverständlich, dass der Einsatz für die zentralen Werte Glaube und Heimat, zu den obersten Zielen und Aufgaben der Schützen gehört. Ihr habt aber auch erkannt, das die Schützen auch für das Allgemeinwohl einen Beitrag leisten sollen. Daher habt ihr euch im Besonderen auch für Kulturelle Werte eingesetzt. Dazu zählen unter anderem die Erhaltung, Pflege und Neurichtung von Bildstöcken und Feldkreuzen. Es sind dies kostbare Kleindenkmäler, Ausdruck des Glaubens und der Volksfrömmigkeit. Ich führe hier stellvertretend einige Beispiele an. Herz Jesu Kapelle am Panoramaweg, Errichtung von zwei neuen Feldkreuzen im Unterdorf und Renovierung eines Wegkreuzes, ehemalige Totenrast in Niedereben. Auch der schöne Brunnentrog am Panoramaweg ist euer Werk.. Ihr habt auch die Instandhaltung des Gipfelkreuzes auf der Ladinser Rötelspitze übernommen, dass im Jahre 1966 von der Katholischen Jugend in Rabland  errichtet worden ist. Auch beim Abbrennen der Herz Jesu Feuer, seid ihr mit Begeisterung dabei. Dazu gehört ins Besondere das Herz das ihr am Sonnenberg entzündet, aber auch die Feuer oben auf den Berggipfel. Ihr habt es als Ehrensache betrachtet die Beflaggung im Dorf zu übernehmen, habt zahlreiche Fahnenstangen errichtet. Da ich selbst diese Aufgabe Jahrzehnte lang ausgeübt habe, weiß ich wie viel  Arbeit dahintersteckt. Regenwetter, Sturm die Fahnen sind Zerrissen, man muss sie flicken, man muss sie waschen. Und dafür gibt es auch nicht immer Lob, im Gegenteil man erntend auch spöttische und bissige Bemerkungen. Auch von Mitbürgern, das ist dann der Identitätsverlust. Aber davon lässt ihr euch sicher nicht aufhalten. Übrigens wurde vor fast genau einen Jahr, am Jakobisonntag 2000 in der Nähe des Rablander Kindergarten, eine Tirolerfahne von Unbekannten angezündet und Böswillig  zerstört. Unsere Dorfzeitung Zielerwind nannte es damals zurecht eine Infame Schandtat. Auch das Mitwirken bei Kirchlichen und Weltlichen Feiern, die verlässliche und fleißige Mitarbeit am Eislaufplatz, habt ihr zu euer Aufgabe gemacht, zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen. Im Namen der gesamten Dorfgemeinschaft ein Aufrichtiges und herzliches Vergelt`s Gott für diesen vielfältigen Einsatz. Eines hab ich hier noch vorzubringen, wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft in der Kulturelle Werte sehr oft einen geringen Stellenwert haben. Obwohl es in unserer Heimat Südtirol, wie kaum in einen anderen Land dieser Größenordnung eine Unzahl von Literatur und wertvolle Tirolensien über Geschichte, Kultur und Sehenswürdigkeiten unseres Landes gibt, sind die Kenntnisse und das Wissen über unser Heimatland oft Erschreckend gering. Es muss auch zu Denken geben, wenn die Worte Heimat und Heimatkunde bei manchen nur mehr ein müdes Lächeln hervorlockt und so mancher über die eigene Heimatgemeinde, über Ortsteile, über Sehenswürdigkeiten, Bergwelt usw. kaum eine Ahnung hat. Man kann das immer wieder erleben. Anläßlich der Einweihung der neuen Kirchenorgel im Jahre 1995 hat der Kirchenchor von Rabland ein kleines Dorfbuch herausgebracht. Es heißt: „Die neue Kirchenorgel Rabland – Einst und Jetzt.“  Auf 80 Seiten bringt es allerhand Wissenswertes unter anderem auch eine Abhandlung über die Ereignisse die sich in den Tiroler Freiheitskriegen in unserer Gemeinde zugetragen haben. Die Publikation die damals um 15.000 Lire angeboten wurde, hat eigentlich wenig Abnehmer gefunden. Es sind noch Bestände vorhanden, vielleicht könnte man eine neue Aktion starten, das Buch ist immer noch Aktuell und für den Kirchenchor wäre es eine gute Einnahme. Da ich als Autor des Buches Freiexemplare habe, ich habe es ja Ehrenamtlich geschrieben, überreiche ich heute den Aktiven Schützen und Marketenderinnen ein Buch mit einer persönlichen Widmung. Ich werde das dann nachher überreichen, denn jetzt bei der Gelegenheit geht es nicht so gut. Dann überreiche ich noch was, und zwar den Schützenhauptmann Friedl Gerstgrasser und der Schützenkompanie als solcher, dass vor kurzen erschienenen Buch, Bruckner - Klang und Bischofstab von Hans Simmerle aus Deutschnofen. Es handelt sich um eine Biographie über Wilhelm Prantner, einen bekannter Komponisten und Musiker, Schüler von Anton Bruckner und sehr erfolgreich tätig in der damaligen Kaiserstadt Wien. Wilhelm Prantner ist in Partschins geboren, und ist neben Peter Mitterhofer wohl der berühmteste Sohn unserer Gemeinde. Den Schützen möchte ich noch zwei sicher wahre Sprüche ans Herz legen. „Nur wer seine Heimat kennt, kann sie lieben!“ und „Ein Volk das nicht weiß wo es herkommt, kann auch nicht wissen wo es hingehen soll!“ Das gilt insbesondere für uns Südtiroler, die wir als kleine völkische Minderheit, wir sind nur 300.000 das sind 0,4%  der Einwohner dieses Staates. Für uns gilt es besonders diese Sprüche zu Beherzigen. Ich habe noch ein kleines persönliches Geschenk für die Schützenkompanie Rabland. Es ist ein Scheck zum Ankauf eines Gewehr`s. Sicher werdet ihr euch früher oder später auch Gewehre zulegen, denn sie gehören zur Tradition der Schützen wie dies auch in Nordtirol und Bayern der Fall ist. Ja ich möchte hier noch, um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, ich habe auch der Schützenkompanie von Partschins bereits zum Ankauf eines Gewehres einen Beitrag gegeben. Wir wollen da alle gleich behandeln. Ja unser Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder war dieser Meinung und hat sich daher dafür eingesetzt, dass die Schützen wiederum ihre Historischen Waffen tragen dürfen. Und nun wünsche ich der Schützenkompanie Rabland alles Gute für die Zukunft. Eine echte Kameradschaft untereinander, aber auch mit anderen Kompanien. Besonders auch mit der Kompanie Partschins, mit guten Willen beiderseits dürfen sicher gemeinsame Aktionen möglich sein. Wie dies bei unseren drei Feuerwehren ja der Fall ist und gut funktioniert. Ich  Danke für die Aufmerksamkeit und schließe mit Schützen Heil!

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