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Mitteilungen
21. Nov. bis 5. Dez. 1999
"Ich muß .....
zum Friseur", sagt die besorgte Dame, und meint, daß ihre Haare
eine Auffrischung bräuchten. "Ich muß zum Mechaniker"
betont der eilige Herr, und weist darauf hin, daß die Bremsen nicht
mehr in Ordnung sind. "Ich muß nach Abano", seufzt die
Frau Soundso, und glaubt, daß dort ihre Gliederschmerzen verschwinden.
'Fräulein Lehrerin, ich musss..." entschuldigt sich der aufgeregte
Moritz in der 2. Klasse, und stürmt schon dem WC zu ...
Wir müssen scheinbar oft im Leben - nur - zum Beten wollen wir nicht
müssen. Da stellen sich bei uns die Haare auf. Es kommen Anfang Dezember
die "Gebetstage" auf uns zu. Für manche sind sie
ein alter Hut, für andere ein Biotop - für viele das unbekannte
Wesen. Und was fangen Sie damit an?
Der Advent verlangt seine Aufmerksamkeit und das Pfarrjubiläum am
08. Dezember darf auch nicht vergessen werden. Sollen wir uns neben der
ganzen Hektik des Alltags auch noch eine religiöse Betriebsamkeit
aufhalsen? Für einige mag das Letztere eine Gefahr sein - die meisten
scheinen darunter weniger zu leiden - eher gilt es, sich mit der fordernden
Aussage "Ich muß" anzufreunden. Vielleicht tut es gut
einmal zu sagen:
"Ich muß zum Gebet". Damit setze ich mich nicht
einer Beliebigkeit aus (wenn ich mich fühle ... wenn die Stimmung
da ist), sondern ich setze eine Notwendigkeit für mein Leben. Dann
finde ich nicht mehr tausend Ausflüchte und schiebe das Anliegen
nicht von vornherein auf die lange Bank. Auf einmal habe ich sogar Zeit
und entdecke, daß es geht. Alte Hüte will niemand tragen, das
Religiöse nur mehr als Biotop zu führen, ist zu wenig - der
Glaube braucht Lebensbezug und Platz im Alltag.
Warum können wir in diesem Advent 1999 nicht einmal sagen: "Ich
muß ..." Daß Sie dies als "seelische Medizin"
zu sich nehmen und nicht als Machtanspruch der Kirche mißverstehen
hofft der Pfarrer R. H.
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