07.11. - 21.11.1999

24.10. - 7.11.1999
10.10. - 24.10.1999
26.09 - 10.10.1999
12.09. - 26.09.1999


Mitteilungen


Liebe, singende und nichtsingende Brüder und Schwestern!
(Aus einem Brief der Hl. Cäcilia an die Obermaiser)

Indem daß ihr, liebe Obermaiser, mich bei der Erweiterung der Pfarrkirche im Jahre 1913 an der Empore so schön als Musikpatronin abgebildet habt, möchte ich mich zu allererst bei euren Vorfahren recht herzlich bedanken. Manche von den Nachfahren allerdings wissen nicht mehr, wozu ich an die Wand gemalt bin und andere gehen an mir vorüber wie die jungen hei einem Altersheim.

Meistens bleibe ich ja stumm (und denke mir meiniges), aber einmal im Jahr zu meinem Namenstag möchte ich doch meine Meinung an die Öffentlichkeit bringen. Übrigens befindet sich mein Platz in der Kirche an einer idealen Stelle. Gleich hinter mir steht der Chorleiter und sitzt der Organist und links und rechts kann ich in die jungen bzw. "gereiften" Gesichter der Sängerinnen und Sänger schauen. Über alles hinweg thront die Orgel. Unter mir breitet sich im Kirchenschiff eure Christengemeinde aus und vorne im Altarraum erblicke ich die Geistlichen, Ministranten und andere Diensttuende. Wenn ich mir so die mehr oder weniger fromme Kompanie beim Volksgesang anschaue, darin vergeht mir manchmal die Freude.

Es gibt Leute, die überhaupt nicht den Mund auftun (außer bei Sauerstoffmangel) und andere täten gerne, aber sie getrauen sich nicht, weil die Nachbarn meinen könnten, es wäre ein 13 im Lotto zu feiern. Manche sehen zu wenig, etliche nehmen von Haus aus kein Buch in die Hand, weil sie sich dabei wie ein Firmling neben einem Paten vor-kommen. Es gibt welche, die nur gewohnte Gesänge vertragen ("Stille Nacht einmal im Jahr und "Großer Gott, wir loben dich.." zu Silvester) und nicht we-nigen geht das "Gotteslob" auf die Nerven, weil die Lieder "so alt" klingen. Den Letzteren möchte ich gerne erzählen, daß kürzlich beim Festgottesdienst in der evangelischen Kirche von Meran die Gemeinde die Lieder aus der Reformationszeit tapfer mitgesungen hat.

Wenn ich so die Schüler am Sonntag beim Volksgesang anschaue, wie sie drein, schauen, dann kommt mir oft vor, sie sind so beteiligt wie jemand nach der Testamentseröffnung, wenn er nichts geerbt hat. Ganz nah und doch so weit weg. Es ist für sie auch wahrlich schwer, die ganze Woche Bücher anzuschauen und am Sonntag auch noch. Selbst aus den meisten Ministranten vorne wer-den kaum Mitsinger, sie geben sich als Buchhalter zufrieden. Eine besondere Kunstfertigkeit haben einige Kinder entwickelt, wenn es darum geht, die 2 Bänder im Gesangbuch zusammenzuknoten und dem "Gotteslob" die Haut abzuziehen. Wahrscheinlich braucht es in Zukunft Lieder zum Anfassen. Verzeiht, wenn ich heute schimpfe und dabei auch übertreibe. Auch Heilige können manchmal die Geduld verlieren. Wie schön wäre es, wenn die Leute mit ein bißchen Freude an die Lieder herangingen und das "Lob Gottes" aus vielen Kehlen käme. Es braucht dazu ein wenig Mut und ein offenes Herz.

Meine Anerkennung spreche ich jetzt gerne all denen aus, die bisher fest mitgetan haben. Den Organisten und Kantoren, dem Kirchenchor samt Chorleiter, der Bürgerkapelle, den Jugendlichen und der Jungschar, den Flötenkindern, der Elterngruppe beim Kindergottesdienst und allen anderen, die gelegentlich aushelfen, danke ich von Herzen und wünsche viel Geduld - ich weiß - es ist gewiß nicht immer einfach!

Euch alle grüßt die "Cäcilia von der Orgelempore".

Zurück
 
 
Mehr vom Pfarrleben? Hier klicken! Mitteilungen? Hier klicken! Gottesdienstordnung? Hier klicken!