
Im Mai 1995 bot sich in Siffian das Bild einer "stummen" Orgel, die es galt
im Sinne ihres Erbauers Iganz Franz Wörle (um ca. 1750) wieder zum
Klingen zu bringen und äußerlich in den ursprünglichen
Zustand zu versetzen. Leider waren alle Metallpfeifen und einige Holzpfeifen
nicht mehr vorhanden. Um sich ein Klangbild von der Orgel zu machen, wurden
zunächst andere Orgeln vom gleichen Orgelbauer verglichen. So konnten
die abhanden gekommenen Pfeifen der Register Prinicipal 2', Quinte 1 1/2'
und Cimbel 1' rekonstruiert werden. Die
fehlenden Pfeifen der Holzregister Gedeckt 8', Flöte 4' und Fifera
8' konnten aufgrund des vorhandenen Bestandes errechnet und nachgebaut
werden. Das Orgelgehäuse wurde in mühsamer Arbeit abgelaugt und
sorgfältig gereinigt. Die Materialien der Windanlage, Windlade, Kanzellen,
Schleifenbett und Ventile waren aufgrund ihres Alters brüchig und
undicht. Bei der Windlade wurden die Kanzellen mit Knochenleim und Leder
abgedichtet und das Schleifbett sowie die Ventile neu beledert. Um eine
einwandfreie Funktion des Pfeifenaparates zu gewährleisten, mußten
die Verbindungen zwischen Windversorgung und Pfeifen überholt werden.
Dazu wurden die Schleifen abgehobelt und die Pfeifenstöcke neu eingepaßt.
Die manuell aufziehbaren Keilbälge wurden abgedichtet und repariert
und können nun, von Hand oder mit dem neuen elektrischen Gebläse,
die Pfeifen mit dem nötigen Wind versorgen. Abschließend wurden
die neuen und die restaurierten Pfeifen in die Orgel eingebaut, intoniert
und gestimmt (Mitteltönige Stimmung a' = 447 HZ).
Durch die Restaurierung der Wörle-Orgel in Siffian wurde ein Instrument
und Dokument der Südtiroler Orgellandschaft wieder zum Klingen gebracht.Die Wörle-Orgel wurde am 29.06.1997 eingeweiht
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