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GRÜNDUNG
DER FEUERWEHR BURGSTALL AM 19.DEZEMBER 1909
Die
Gründung der Ortsfeuerwehr geht auf den Goldenen Sonntag,
den 19. Dezember 1909 zurück. Damals versammelten sich
in den Nachmittagsstunden viele Ortsbürger, Männer und
Burschen, 70 an der Zahl, beim Moarhof um an der Gründungsversammlung
teilzunehmen. Nachdem Bezirksfeuerwehrinspektor Georg
Egger aus Meran den Anwesenden Sinn und Zweck der Feuerwehr
erläutert hatte, wurde zur Wahl des Vorstandes geschritten.
Aus der Wahl gingen mit Stimmenmehrheit folgende Männer
hervor:
Als
Hauptmann Simon Langebener
Hauptmann Simon Langebner
als
Hauptmannstellvertreter Alois Singer
als Schriftführer Alois Seyr
zum Kassier Johann Thaler
als Spritzenobmann Josef Carli
zum Magazinverwalter Georg Wagger
als Rottenführer, Leiter Josef Zanett
zum Rottenführer, Spritze Josef Visintainer
als Kommandant der Schlauchmannschaft August Schmittner
Bald darauf
fand beim Rösslwirt, mit der neuen Druckspritze, die
in der Zwischenzeit angekauft worden war, die erste
Übung statt. Zur Wehr meldeten sich vorläufig 55 Mitglieder.
Am 10. Jänner 1910 hielt die neugegründete Wehr beim
Rösslwirt die erste Generalversammlung ab, bei der,
die bei der Gründungsversammlung vorgelegten Statuten
genehmigt und zum Zeichen der Annahme von 15 Wehrmitgliedern
unterfertigt und gutgeheißen wurde. Die erste Feuertaufe
erhielt die Ortsfeuerwehr am 10 März 1910 beim Brand
des Runtschnerhofes in Gargazon, wobei die Feuerwehr
Burgstall mit 40 Mann, Spritze und Schlauchmaterial
ausrückte und sich bei der Löschaktion erfolgreich beteiligte.
Mit dem vorgesehen Bau des neuen Gemeindehauses, zu
dem am 5.Juni 1911 die Grundsteinlegung folgte konnte
die Feuerwehr baldigst auf ein Eigenheim hoffen. Seine
Majestät, Kaiser Farnz Josef von Österreich spendete
zum Bau desselben 1.500 Kronen.
Kurz darauf wurde mit dem Bauvorhaben begonnen, welches
rasch vor sich ging, sodaß die Feuerwehr bereits im
Spätherbst desselben Jahres mit den Geräten den provisorischen
Einzug hielt. Im darauffolgenden Jahre, am Sonntag,
den 10. März 1912, erfolgte die feierliche
Einweihung und die offizielle Übergabe des Gemeindehauses
und der Spritzenhalle an die Feuerwehr.
Im Jahre 1913 erhielt die Feuerwehr eine neue fahrbare,
auf Rädern aufgebaute Schubleiter mit Treibvorrichtungen,
die von der Fa. Konrad Rosenbauer in Linz an der Donau
hergestellt und geliefert wurde. Der hoffnungsvolle
Aufstieg der Wehr dauerte nur kurze Zeit. Mit den Mordschüssen
von Sarajevo, am 28.Juni 1914, wobei der österreichische
Tronfolger erschossen wurde begannen harte Jahre für
die Feuerwehr Burgstall. Viel Wehrmänner wurden in die
Armee gerufen und 15 davon fielen im Krieg. Doch durch
neue junge Wehrmänner stieg die Mitgliederzahl wieder
auf 55 Mann. Nach der Machtübernahme der Faschisten
wurde die Wehr wieder auf 15 Mitglieder reduziert und
unter italienisches Kommando gestellt.
Dem einen Schlage folgte der andere. Im März 1926 wurde
die Spritzenhalle unter Podestà Madirazza beschlagnahmt,
beraubt und geplündert. Die Uniformen, soweit sie nicht
in Privatbesitz waren, wurdem dem Feuer überlassen und
brauchbares Arbeitsgerät abgeschleppt, die Löschgeräte
auf die Straße gestellt und ihrem Schicksal überlassen.
Von dieser Zeit an begann ein langer, mühevoller Leidensweg
der Wehr, eine langwierige Wanderschaft der noch verbliebenen
Geräte, die bald da, bald dort ,teils in Schupfen, Ställen,
Scheunen, Baracken und Obstmaganzinen untergebracht
waren, sodaß ein rascher Einsatz der Wehr im Brandfalle
kaum möglich gewesen wäre.
Zum Glück gab es in dieser bedrückend, traurigen Zeit
in der Ortschaft außer drei Großbränden nur einige kleinerer
Natur. Beim Großbrand in Sinich, 28.Mai 1928,wozu die
Ortsfeuerwehr Burgstall durch den Podestà zum Einsatz
aufgefordert worden war, rückten die Wehr mit Spritze
und 25 Mann aus. Dabei verlor dieselbe durch Säureausströmung
180 m Schlauchmaterial,sowie Uniformen, usw., einen
Sachschaden, der damals in die Tausende von Lire ging.
Vier Wehrmänner mußten wegen Vergiftungserscheinungen
in das Krankenhaus nach Meran eingeliefert werden, darunter
einer, der sein junges Leben im Alter von 42. Jahren
lassen mußte ( VinzenzHaginger ). Für die Kosten mußte
die Feuerwehr selbst aufkommen. Obwohl sich die Montecatinigesellschaft
anfänglich über die Gemeinde Burgstall bereiterklärte,
für den entstandenen Schaden voll und ganz aufzukommen,
hatte diese Herren alsbald taube Ohren. Vier Jahre lang
mußte gestritten werden bis sich die Gesellschaft endlich
bereiterklärte, einen fixen Pauschalbetrag zu leisten:
man höre und staune 500 Lire, einen Betrag , der kaum
die 5% der Spesen deckte. Ein Hohn und Spott gegenüber
der wirklichen Verluste. Wohl oder übel mußte sich die
Feuerwehr Burgstall zufriedengeben und die Affäre abgeschlossen
sein lassen.
Als im Jahre 1933 in einer Faschingsnacht im Gemeindewald
80 Festmeter Brennholz, welches abtransportbereit war,
und nur dem Podestà zur Bereicherung gedient hätte,
in Flammen aufgingen konnte die Feuerwehr, da mit leeren
Händen, nicht löschen. Alsbald sollte hernach, ( April
1933 ) die noch verfügbaren Löschgeräte mit einigen
Metern Schläuchen an die faschistischen Behörden abgeliefert
werden. Dank beherzter Männer, die sich in schwerster
Stunde einsetzten,
konnten die Geräte in letzter Minute erhalten werden.Wir
wollen hier noch die lebenden Wehrmitglieder erwähnen:
unser geschätzer Ehrenkommandant Franz Gruber, Rösslwirt;
Josef Ganthaler, Zimmermann und Zeugwart, Alois Genetti
(bereits gestorben ). Am 26. Februar 1934 fand beim
Förstler eine Generalversammlung statt, die unter dem
Vorsitz des provisorischen Kommandanten Franz Gruber,
Rösslwirt, geführt wurde, wobei eine Neuerfassung der
Wehrmitglieder erfolgte, bei der sich 18 junge Burschen
meldeten und aufgenommen wurden.
Die Sehnsucht nach einem Eigenheim war das Hauptanliegen
der vielen jungen und opferbereiten Wehrmänner. Da das
faschistische Versprechen vom Jahre 1926 nach fast 10
Jahren immer noch nicht eingelöst, und leider nichts
mehr zu erwarten war, wurde mitten in der großen Krisenzeit
zur Selbsthilfe geschritten. Nachdem der nötige Baugrung
je zur Hälfte von zwei benachbarten Besitzern und Wehrmitglidern
Franz Gruber, Rösslwirt und Johann Ganthaler, Innermair
der Feuerwehr zu diesem Zwecke unentgeltlich zur Verfügung
gestellt worden war, wurde gesammelt und verschiedene
Veranstaltungen abgehalten, sodaß in kurzer Zeit die
beachtenswerte Summe von Lire 3.500 zustandegekommen.
Der Betrag wurde bei der Postsparkasse in Burgstall
eingelegt. Der Kosten für die zu errichtende Gerätehalle
wurde damals außer den Arbeitsschichten, die die Wehrmänner
gratis zu leisten beabsichtigten, auf 5.000 Lire geschätzt.
Der Ausschuß der freiwilligen Ortsfeuerwehr den Podestà
Madirazza der höflichen Bitte; das längst abgegebene
Versprechen wenigstens teilweise einzulösen und einen
bescheidenen Beitrag leisten zu wollen, um das Vorhaben
verwirklichen zu können. Widerwarten, wurde vom Podestà,
der Spieß umgedreht und ein Gegenvorschlag gemacht.
Die Feuerwehr solle genannten Betrag der Gemeinde übergeben
und dieselbe werde für den Bau der Gerätehalle Sorge
tragen. Somit wurde das Sparbuch samt Inhalt im guten
Glauben, am 31. Jänner 1939 bei der Gemeinde hinterlegt.
Die Abgabebescheinigung ist heute noch im Besitze der
Ortsfeuerwehr. Es vergingen nun Monate und Jahre, die
Feuerwehr fühlte sich hintergangen. Endlich riß der
Kommandantschaft der Gelduldsfaden und man wurde in
Bozen bei höchsten Stellen vorstellig und protestierte
gegen diese Vorgänge. Die aufgebürdeten Schulden lasteten
schwer auf die Gemeinde. Erst in den Jahren 1943-44
gelang es dem damaligen kommissarischen Bürgermeister
Josef Ganthaler die hinterlassenen Schulden vollends
zu tilgen.
Die zweite Hälfte der dreißiger Jahre, waren für Volk
und Heimatland von schwerer Tragik gezeichnet. Politischer
Druck von seiten Italiens, der zerreißend auf uns wirkte,
dazu noch die schwere finanzielle Krise, waren die Begleiterscheinungen,
die mit der gefordert Option im Jahre 1939 ihren Höhepunkt
erreichte. Von den damals ca. 500 optionsberechtigten
Burgstaller optierten genau 90% für Deutschland, 10%
machte davon nicht Gebrauch.
Im Jahre 1948 gelang es der Wehr einen geeigneten Raum
mit günstiger Zufahrt auf längere Zeit zu mieten. Johann
Ganthaler, Mitglied der Ortsfeuerwehr stellte obgenannten
Raum in entgegenkommender Weise unentgeldlich zur Verfügung.
Die Aufbaukosten desselben wurden zu Lasten der Wehr
getragen. Der Einzug der Geräte, die zuvor im Unterbau
des Laimer Obstmagazins provisorisch untergebracht waren,
erfolgte am 10. April des selben Jahres.
Nach achtjähriger Unterkunftszeit am Innnermaihof, erreichte
die Wehr am 17. August 1956 wegen Umbau die schriftliche
Aufkündigung und somit den Räumungsbefehl der Unterkunft,
die am 30.September desselben Jahres stattfand. Auf
Anordnung des Bürgermeisters Josef Burger, Ochsenkofler
wurden die Geräte vorübergehend teils im Egghofstadel,
teils in einer baufälligen Baracke beim Steinhauser,
Schenk, das Fahrzeug mit Anhänger beim Winkler untergebracht.
Anfang Dezember 1956 gelang es der Kommandantschaft
auf der Vorsprache bei Wehrmitglied Jakob Pertoll,Moarhofbesitzer,
welcher der Feuerwehr immer wohlwollend zur Seite stand,
den nötigen Baugrund zu erhalten. Somit war der Grundstein
für den Bau des neuen Gerätehauses gesichert und gelegt.
Die Bausteine für die Gerätehalle spendierte das Gründungsmitglied
Josef Burger sen., die nach Berechnung un Bearbeitung
am Ochsenkoflerberg durch Steinmetzmeister Stanislaus
Lavina von Wehrmännern unentgeldlich gesammelt, abtransportiert
und zur Baustelle gebracht wurden. Nach Freigabe der
finanziellen Mittel von seiten des Landes und der Gemeinde
Burgstall konnte am 1. September 1960 mit dem langersehnten
Bauvorhaben begonnen werden. Der Rohbau desselben konnte
noch bis Spätherbst desselben Jahres unter Dach und
Fach gebracht werden. Mit Unterbrechungen wurden im
Frühjahr 1961 die Arbeiten wieder aufgenommen und bis
auf einige Kleinarbeiten Ende April vollendet.
Der langersehente Einzug der Wehrmänner mit den Löschgeräten,
erfolgte im darauffolgenden Monat Mai. In letzter Zeit
konnte sich die Feuerwehr dank der Gebefreudigkeit von
seiten der Gemeinde und aus Spenden der Ortsbewohnerschaft
nacheinander zwei Fahrzeuge, sowie Ausrüstungsmaterial
baschaffen werden. Und zwar im September 1957 einen
Jeep. Ebenso wurde ein Löschtankanhänger samt Zubehör
eingekauft. Weiters wurden auch Mäntel, Stiefel, Helme,
Wasserrucksäcke und anderes mehr eingekauft.
Unser
erstes und immer noch geliebtes Fahrzeug. Der Jeep bei
einer Probefahrt
Die Einweihung
der neue Halle erfolgte am 20. Mai 1963 mit einem eindrucksvollen
Dorffest.
In den folgenden Jahren wurde viele Geräte neu angekauft
wie ein Gruppenfahrzeug das am 4 Mai 1975 eingeweiht
wurde, wie auch ein Tanklöschfahrzeug das am 2. Mai
1982 eingeweiht wurde und auch ein Rüstfahrzeug. Die
Halle wurde auch um eine Ausfahrt vergrößert. Im Sommer
1997 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses begonnen
und wird jetzt mit einigen kleinen Ausnahmen fertiggestellt.
Weiters wird momentan neue Aussrüstung für die Wehrmänner
angekauft (Mäntel und Stiefel). Außerdem haben ungefähr
20 Mann einen Piepser.
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Einweihung
des Mannschaftswagens
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Einweihung des Tanklöschfahrzeuges
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Geschichte
geschrieben von dem Dorfschreiber Josef Sulzer zur 75
Jahrfeier 1984
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