26.11.2000
Murenabgang in Nals
Am
26.11 um 18 Uhr wurden die Wehrmänner aus Burgstall
durch das Auslösen der Piepser alarmiert. Die Durchsage
lautete: EInstz für die Feuerwehr Burgstall sich
mit Feuerwehr Nals in Verbindung setzen.
Kurze Zeit später rückten 10 Mann mit RW,
MTF, Ford und Campagnola mit Stromaggregat nach Nals
(ca 8 km von Burgstall entferntes Dorf) aus. Die Wehrmänner
aus Burgstall hatten als Aufgabe die Beleuchtung und
Mithilfe beim Füllen der Sandsäcke. Die Wehrmänner
waren bis 9 Uhr im Schichteinsatz im Einsatz.
Artikel der Südtiroler Tageszeitung Dolomiten:
Katastrophenalarm gestern in Nals: Bei St. Jakob in
Tisens geht um 13 Uhr eine Mure ab, ergießt sich in
den Grissianer Bach, staut sich bei der Brücke in Schernag
auf, tritt über die Ufer und wälzt sich unaufhaltsam
und mit dramatischer Heftigkeit auf Nals zu. Dort werden
gegen 15 Uhr 200 Personen evakuiert, es herrscht Alarmstufe
eins. Die Erdmasse wird durch das Flusswasser immer
schlammiger, reißt Bäume und Steine mit sich und ist,
als sie beim Dorfeingang von Nals anlangt, schon mindestens
einen Meter hoch.
"Die Mure kam völlig unvorhergesehen, es blieb kaum
Zeit für Maßnahmen", sagen die betroffenen Bürgermeister
Franz Pircher (Nals) und Thomas Knoll (Tisens). Sofort
rücken Feuerwehrmänner und Carabinieri aus, an die 70
Häuser werden evakuiert. Der Zivilschutz gibt über Radio
die Anweisungen, Strom- und Gaszufuhr zu unterbrechen
und die Häuser sofort zu verlassen. Betroffen sind Schernag
(schon zum zweiten Mal innerhalb einer Woche), die Schwimmbadstraße
sowie die Mühl- und Goldgasse. Um 18 Uhr wird Katastrophenalarm
für ganz Nals ausgerufen. Der Schulunterricht für den
heutigen Montag wird abgesagt. Immer neues Erdreich
drängt von oben nach. Der Schlamm wird durch das Wasser
des Grissianer und des Prissianer Baches immer gefährlicher,
dringt in Keller und Geschäftslokale ein, beschädigt
Autos und ist nicht aufzuhalten. Rudolf Pollinger, Amtsdirektor
der Wildbachverbauung, spricht am Abend von über 100.000
Kubikmetern Schlamm, ein Ende ist noch immer nicht abzusehen.
Bagger zum Freischaufeln werden eingesetzt, der Schlamm
wird in Richtung der Auffangbecken unterhalb von Nals
geleitet. Der Sachschaden ist beträchtlich, Personen
aber sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Sammelpunkt
für die 200 Evakuierten ist die Volksschule. Wer nicht
schon Unterschlupf bei Verwandten oder Bekannten gefunden
hat, dem wird ein Zimmer in den verschiedenen Pensionen
zugewiesen, die sich für die Notaufnahme bereit erklärten.
In der Obstgenossenschaft Nals wird eine Feldküche für
die vielen Freiwilligen eingerichtet. Im Einsatz sind
über 200 Feuerwehrmänner, sie kommen von Nals, Andrian,
Terlan, Vilpian, Gargazon, Burgstall, Tisens, Grissian,
Prissian und Naraun. Auch die Mannen des Zivilschutzes
stehen voll im Einsatz, ebenso Weißes und Rotes Kreuz.
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