Einsatzberichte 2000
Einsatz 21:
 

26.11.2000 Murenabgang in Nals

Am 26.11 um 18 Uhr wurden die Wehrmänner aus Burgstall durch das Auslösen der Piepser alarmiert. Die Durchsage lautete: EInstz für die Feuerwehr Burgstall sich mit Feuerwehr Nals in Verbindung setzen.
Kurze Zeit später rückten 10 Mann mit RW, MTF, Ford und Campagnola mit Stromaggregat nach Nals (ca 8 km von Burgstall entferntes Dorf) aus. Die Wehrmänner aus Burgstall hatten als Aufgabe die Beleuchtung und Mithilfe beim Füllen der Sandsäcke. Die Wehrmänner waren bis 9 Uhr im Schichteinsatz im Einsatz.
Artikel der Südtiroler Tageszeitung Dolomiten:
Katastrophenalarm gestern in Nals: Bei St. Jakob in Tisens geht um 13 Uhr eine Mure ab, ergießt sich in den Grissianer Bach, staut sich bei der Brücke in Schernag auf, tritt über die Ufer und wälzt sich unaufhaltsam und mit dramatischer Heftigkeit auf Nals zu. Dort werden gegen 15 Uhr 200 Personen evakuiert, es herrscht Alarmstufe eins. Die Erdmasse wird durch das Flusswasser immer schlammiger, reißt Bäume und Steine mit sich und ist, als sie beim Dorfeingang von Nals anlangt, schon mindestens einen Meter hoch.
"Die Mure kam völlig unvorhergesehen, es blieb kaum Zeit für Maßnahmen", sagen die betroffenen Bürgermeister Franz Pircher (Nals) und Thomas Knoll (Tisens). Sofort rücken Feuerwehrmänner und Carabinieri aus, an die 70 Häuser werden evakuiert. Der Zivilschutz gibt über Radio die Anweisungen, Strom- und Gaszufuhr zu unterbrechen und die Häuser sofort zu verlassen. Betroffen sind Schernag (schon zum zweiten Mal innerhalb einer Woche), die Schwimmbadstraße sowie die Mühl- und Goldgasse. Um 18 Uhr wird Katastrophenalarm für ganz Nals ausgerufen. Der Schulunterricht für den heutigen Montag wird abgesagt. Immer neues Erdreich drängt von oben nach. Der Schlamm wird durch das Wasser des Grissianer und des Prissianer Baches immer gefährlicher, dringt in Keller und Geschäftslokale ein, beschädigt Autos und ist nicht aufzuhalten. Rudolf Pollinger, Amtsdirektor der Wildbachverbauung, spricht am Abend von über 100.000 Kubikmetern Schlamm, ein Ende ist noch immer nicht abzusehen. Bagger zum Freischaufeln werden eingesetzt, der Schlamm wird in Richtung der Auffangbecken unterhalb von Nals geleitet. Der Sachschaden ist beträchtlich, Personen aber sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Sammelpunkt für die 200 Evakuierten ist die Volksschule. Wer nicht schon Unterschlupf bei Verwandten oder Bekannten gefunden hat, dem wird ein Zimmer in den verschiedenen Pensionen zugewiesen, die sich für die Notaufnahme bereit erklärten. In der Obstgenossenschaft Nals wird eine Feldküche für die vielen Freiwilligen eingerichtet. Im Einsatz sind über 200 Feuerwehrmänner, sie kommen von Nals, Andrian, Terlan, Vilpian, Gargazon, Burgstall, Tisens, Grissian, Prissian und Naraun. Auch die Mannen des Zivilschutzes stehen voll im Einsatz, ebenso Weißes und Rotes Kreuz.

Bilder aus den Tageszeitungen: Dolomiten und Alto Adige