Der Tod wartet 18 Minuten



Abb. 1: Überlebenswahrscheinlichkeit (Prozent) der Ganzverschüttung in Abhängigkeit von der Verschüttungsdauer (Minuten) (10): bis 18 Minuten nach der Verschüttung überleben in der Lawine fast alle Verschütteten, sofern sie nicht tödlich verletzt sind. Zwischen 18 und 35 Minuten tritt der "tödliche Knick" der Überlebenswahrscheinlichkeit ein. In dieser Zeit sterben alle Verschütteten ohne Atemhöhle an raschem Ersticken. Ab 35 Minuten Verschüttungsdauer leben nur mehr Verschüttete mit Atemhöhle.

Eine rechtzeitige Bergung aus der Lawine durch Kameraden innerhalb der ersten Viertelstunde ist für das Überleben entscheidend und ist ein Kampf um die Minuten. Für die Kameradenhilfe ist die Schnelligkeit bei der Ortung und beim Schaufeln entscheidend. Bedenke, dass man im Idealfall 3 - 5 Minuten für die Ortung mit dem Lawinen - Verschütteten - Suchgerät braucht und 10 - 15 Minuten, um ein Lawinenopfer mit einer Schaufel aus einem Meter Tiefe auszugraben (mit den Skispitzen braucht man eine Stunde). Je mehr Schaufeln zum Ausgraben zur Verfügung stehen, desto rascher kann ein Verschütteter geborgen werden. Es muss sich jeder bewusst sein, dass er im Falle eines Lawinenabganges nicht nur für sich, sondern auch für seine Kameraden mitverantwortlich ist.