Alarmierung: Flugrettung anfordern

Nach wie vor ist der Faktor Zeit das schwer lösbare Problem
der Lebendbergung von Lawinenverschüttungen (G. Flora).

Prinzipiell ist bei jedem Lawinenunfall der Helikoptereinsatz für den Transport
der Rettungsequipe und den Abtransport des oder der Patienten anzustreben.

Die Chance, lebend geborgen zu werden, hängt in erster Linie von der Schnelligkeit der Alarmierung, des Transportes der Rettungsmannschaften, der Ortung und schließlich Bergung der Verschütteten ab. In der Schweiz und in Österreich ist es in den letzten Jahren gelungen, Alarmierung, Startzeit und Ortung in mehreren Fällen so zu optimieren, dass die Bergung durch organisierte Mannschaften in den steil abfallenden Teil der Überlebensfunktion (zwischen 18 und 35 Minuten nach der Verschüttung) fällt. Diese frühen Bergungen sind Beweis für eine ausgezeichnete Einsatzfähigkeit einiger Flugrettungsbasen in den Alpen, aber nur dann möglich, wenn die Alarmierung augenblicklich nach dem Lawinenunfall erfolgt, etwa durch zufällige Beobachtung von außen stehenden Personen, durch Handfunk oder Mobiltelefon. Die Ortung von Personen, die mit einem Lawinen - Verschütteten - Suchgerät ausgerüstet sind, kann vom Helikopter aus bereits beim ersten Überfliegen der Lawine durch ADF (Automatic Direction Finder) durchgeführt werden.

Die Dezentralisierung der Flugrettungsbasen ist Voraussetzung für ein modernes Rettungssystem. Die Helikopter sollten notfallmedizinisch ausgerüstet und mit einem Notarzt besetzt sein.
Notarzt und Rettungssanitäter sowie Lawinenhundeführer mit Lawinensuchhund ("docs and dogs") müssen möglichst rasch zum Unfallort geflogen werden.

Besteht die Möglichkeit, zwei Helikopter gleichzeitig zu aktivieren, so sollte der Ambulanzhelikopter mit Notarzt sofort und direkt den Unfallort anfliegen, während ein zweiter Helikopter den Lawinenhundeführer nachführt. Je mehr Verschüttete vermutet werden, desto mehr Notärzte und/oder Rettungssanitäter und Suchmannschaften müssen eingesetzt oder in Bereitschaft gesetzt werden.

Zur standardmäßigen Ausrüstung gehören komplette Winterausrüstung, Thermometer zur Messung der Kerntemperatur, Hilfsmittel zur Wärmepackung und heißer, süßer Tee.