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Josef Gasser – Sternsingen – Männerchor
Das Neustifter Sternsingen hat
seinen Ausgangspunkt in den mittelalterlichen Mysterienspielen. Der
Dreikönigsaufzug – das Sternsingen – wie wir es heute nennen, hatte im
Kloster Neustift einen großen Stellenwert. Als Tirol zu Bayern kam
wurden mit Dekret vom 17. September 1807 die Tiroler Stifte aufgelöst.
In Neustift wurde die Singschule geschlossen, das Klosterleben wurde
erstickt, die alten Traditionen verloren an Bedeutung. Nach der
Säkularisation etwa ab 1816 ist dann das Dreikönigssingen nicht mehr
aufgegriffen worden.
1922
übernahm Prof. Josef Gasser die Stelle des Stiftskapellmeisters. Er
kannte die Musikgeschichte des Stiftes und wusste Bescheid über die
Tradition des Sternsingens. Er komponierte eine Reihe von Liedern für
3-stimmigen Oberchor und Bassstimme, die er als Begleiter der Gruppe
selber sang. 1924 zogen die Sternsinger, damals Schüler der
klösterlichen Singschule, erstmals wieder aus.
Auch
Buben aus dem Dorf durften am Gesangsunterricht in der Singschule und
somit auch am Sternsingen teilnehmen. Anfang der 50er Jahre führten
diese, inzwischen in die Unterstimme gekommen, das Sternsingen weiter.
Josef Gasser, mittlerweile fast 80-jährig, freute sich, dass diese
Tradition weitergeführt wurde und komponierte dafür eigene Lieder für
vierstimmigen Männerchor.
Als dann am 10. Jänner 1957 der
große Meister und Freund des Sternsingens starb, nahmen die jungen
Männer diesen Brauch als Erbschaft an. Sie gründeten 1959 den
Männerchor Neustift.
Die
Neustifter Sternsinger besuchen jedes zweite Jahr die Familien bzw.
die Bevölkerung von Neustift. Am Dreikönigstag wird die Andacht
mitgestaltet. Eine große Menschenmenge aus nah und fern findet sich
dann in der Stiftskirche vom Kloster Neustift ein, um den erhebenden
Weisen zu lauschen und etwas von dieser besonderen Stimmung in den
Alltag mitzunehmen.

80
Jahre nach dem ersten Auszug hat sich der Chor entschlossen,
ein bleibendes Tondokument
zu schaffen und so wurde eine „CD
der Sternsingerlieder“ aufgenommen. (Erhältlich ab Dezember
2003)
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